FABIAN DOBLER

„ROMANTISCHER KÜNSTLER“ MITTEN IM 21. JAHRHUNDERT

Die Dirigenten des 19.Jahrhunderts legten Wert auf ihre Vielseitigkeit. Sie interpretierten nicht nur die Musik anderer, sondern bearbeiteten, schrieben selbst - und setzten sich auch mal ans Klavier, um ein anspruchsvolles Programm zu spielen.

orpheus - INTERVIEW

Heute ist das eher ungewöhnlich. Aber auch heute ist es von Vorteil, wenn die Klangfantasie des Dirigenten über das reine Reproduzieren hinausgeht und wenn der Tonsetzer weiß, wie bestimmte Klänge in der Realität umzusetzen sind. Vielseitigkeit und professionelles Können sind keine Gegensätze, sie bedingen einander…

DIRIGENT

Ein guter Freund verglich einmal meine Arbeit als Dirigent mit der eines Fußballtrainers. Ich fand das unpassend, aber es ist nicht abwegig: Außenstehenden fällt oft schwer, zu erkennen, was man macht. Aber wenn man es gut macht, formt man sein Ensemble zu einer Einheit, die über sich hinauswächst.

Studium in Hannover bei Hans-Herbert Jöris und Lutz Köhler, private Studien in Zürich bei Nello Santi.

Dirigate u.a. am Staatstheater Buenos Aires, Theater der Landeshauptstadt Magdeburg, Staatstheater Darmstadt, Antikenfestspiele Trier, Landestheater Detmold, Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz, Städtebundtheater Hof, Hochschule Trossingen, Theater Luzern, Stadttheater Würzburg. 2009-2014 Musikalischer Leiter der Hamburger Kammeroper.

Seit 2004 Künstlerischer Leiter von [OPERASSION]. Das preisgekrönte Ensemble transportiert klassisches Repertoire ins 21.Jahrhundert. Bekannte Partituren werden in neue Klänge gegossen, mithilfe von Drehbuchtechniken und Multimedia entstehen ganz neue Konzerterlebnisse. „Die Oper der Zukunft“ nannte Inge Borkh Doblers Version des „Don Giovanni“ (leporellos-tagebuecher.de). Die CD PASSION war „Empfehlung des Monats“ im FONO FORUM. Weitere Informationen unter operassion.com.

Für die Spielzeit 2011/12 erhielt Dobler mit der Hamburger Kammeroper den Pegasus (Theaterpreis der EXXON-Stiftung), 2013 erhielt die von Dobler instrumentierte und dirigierte Produktion "Lauter Verrückte" den Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater.

REPERTOIRE

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Richard Wagner, Tristan und Isolde
Orquesta Estable del Teatro Argentino, Buenos Aires

Vorspiel und Liebestod

TONSETZER

Tonsetzer… oder wie nennt man jemanden, der Transkriptionen anfertigt?

Es geht nicht um Verkleinern, sondern um Verdichten, Intensivieren und um die Übertragung in die heutige Erlebniswelt. So kondensieren große Opern zu einer Art kammermusikalischer Essenz, oft in gänzlich unerwartetem Klang, aber immer voller Respekt vor der „Idee hinter der Partitur“ des Originals. Der museale Aspekt kommt dabei zweifellos völlig abhanden.

Dass bei dieser Art musikalischer Nachdichtung auch „komponiert“ wird, lässt sich nicht leugnen.

Studium in Hannover bei Alfred Koerppen. Viel gelernt in gemeinsamer Arbeit mit Kurt Rehfeld.

2016 nominiert für den Monika-Bleibtreu-Preis.

WERKE

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AUTOR

Mit Leporellos Tagebücher fing es an. Meine 2007 - gewissermaßen noch im Stadium der Unschuld einfach so dahin geschriebene - moderne Adaption von Mozarts Don Giovanni wurde nicht nur von der ZEIT gelobt („Bravo, das war gut!“), sondern tatsächlich wahrgenommen als künstlerisch neuer Ansatz zur Lösung der Probleme einer kriselnden Kunstsparte. So bezeichnete das Theatermagazin Foyer auf 3sat mich ganz unironisch als „Retter der Oper“ und Opernlegende Inge Borkh ließ sich in der Stuttgarter Zeitung mit den Worten zitieren: „Die Oper, so wie ich sie gemacht habe, stirbt. Was wir heute erlebt haben, ist die Zukunft der Oper.“

Dieser fast schon erschreckende Anfangserfolg beruht wohl auf meinem tatsächlich eigenen Ansatz der erzählerischen Verknüpfung von Text und Musik. Ich benötigte einige Zeit, um dahinter zu kommen was es ist, doch inzwischen arbeite ich ganz bewusst in diese Richtung…

Im Studium nebenher Philosophie (Ulrich Pothast), mehr als 20 Jahre Berufserfahrung mit der Umsetzung jeder Art von Bühnenwerken, Coaching bei Gaby Hauptmann, intensive Beschäftigung mit dem Handwerk des Drehbuchschreibens, unter anderem als Student von Hollywoodlegende John Truby.

Leporellos Tagebücher wird gerade übersetzt: 2018 soll eine Neuproduktion auf den Färöer Inseln herauskommen.

2016 entstand Romantik 2.0. Aktuell arbeite ich zusammen mit Detlef Vetten an Übern Berg, einem musikalischen Kammerspiel über Aufklärung und Gegenwart sowie an der Multimedia-Klangerzählung Through Darkness: Comeback im Gegenlicht, die 2018 herauskommen soll.

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LEPORELLOS TAGEBÜCHER

THROUGH DARKNESS

BLOG

PIANIST

Als Dirigent, Tonsetzer und Leiter des Kammerensembles OPERASSION interessieren mich Klangwelten, in die ich meine vielfältigen musikalischen Erfahrungen als Mehrwert einbringen kann. Mich interessiert die Kommunikation verschiedener Instrumente und Stimmen. So beschäftige ich mich mit Liszts Transkriptionen, mit Piazzolla, mit eigenen (oft Opern-)Bearbeitungen und mit außergewöhnlicher Kammermusik.

Studium in Hannover bei Karl-Heinz Kämmerling.

Internationale Konzerttätigkeit. Auftritte als Pianist u.a. in USA, Argentinien, Südkorea, Dänemark, Österreich, Schweiz, Italien, Deutschland.

CDs

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